Die Welt durch die Kamera gesehen

Jörg Hüddersen Photographie

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Wildpark Neuhaus

Langes Tele, große Speicherkarte - das waren die Vorbereitungen für den Besuch im Wildpark Neuhaus. Im Einzelnen hiess das, das 70-200er mit dem 1,4-fach Telekonverter auf die Kamera zu schrauben. Der Wildpark erstreckt sich über ein weitläufiges Gelände, das neben großen und kleinen Gehegen auch einzelne Volieren entlang eines Rundweges enthält.

Die großen Gehege verlangen nach viel Brennweite und vermitteln durch die fast nicht sichtbaren Zäune auf den Aufnahmen das Gefühl von echter Wildnis. Bei den Volieren war das Tele auch nicht falsch, denn die dort gehaltenen Tiere wie z.B. Wildkatzen sind nicht sonderlich groß und verstecken sich gern in irgendeiner Ecke.

Warten auf die Fütterung

Eine besondere Herausforderung stellte die Flugvorführung der Falknerei dar. Zunächst mal habe ich die Kamera auf schnelle Serienbilder gestellt. Allerdings macht meine D7100 im RAW-Modus gerade mal 10 Bilder am Stück, bevor sie sich eine längere Speicherpause gönnt. Und das ist dann gerade der Moment wo wieder ein interessanter Vogel vorbeifliegt. Also habe ich während der Show auf JPG umgestellt. Das verkürzt bei höchster Auflösung zumindest mal die Speicherpause. Später habe ich zu Hause noch ein wenig probiert und dabei festgestellt, dass eine Reduktion der Auflösung auf Stufe M oder S dazu führt, dass die Kamera echtes Dauerfeuer macht. Trotzdem würde ich beim nächsten Mal wieder auf JPG mit Größe L gehen, um nicht zuviel Qualität zu verschenken.

Das zweite Problem bei fliegenden Vögeln ist die Belichtungsmessung. Ein Bussard vor hellem Himmel wird schnell ziemlich dunkel, wenn man mit Spotmessung arbeitet, was ich sonst meist tue. Hier bietet sich eher die mittenbetonte oder Matrixmessung an.

Beim Autofokus (Problem Nummer drei) habe ich weiterhin die Einpunktmessung in der Mitte des Bildes benutzt. Irgendwie habe ich Nikon 3D-Messung nicht ganz getraut, denn die benötigt am Anfang erst mal ein vernünftiges Einmessen, bevor sie das Objekt "greift" und scharf hält. An dieser Stelle bin ich aber mit meinen Überlegungen noch nicht am Ende...

Die lange Brennweite von 105-280 mm hat sich bei der Falknerei übrigens nicht immer als günstig erwiesen. Gelegentlich waren die Vögel auch zu nah, um sie noch gut ins Bild zu setzen. Hier hätte ich zumindest mal den Telekonverter herausnehmen sollen.

Alles in allem erfordert das Fotografieren der Falknerei einiges an Übung und Erfahrung. Das schreit also nach Wiederholung!